Demokratie – und die lästige andere Meinung!

Demokratie – und die lästige andere Meinung!

Sehr geehrter Herr Grupp,

mit  Erstaunen las in Ihre Meinungskolumne vom 17.03. die Forderung die Pläne der Südumfahrung Markdorf nochmals „aufzuschnüren“.

Ich wunderte mich doch sehr. Sollte einem Journalisten nicht die Demokratie als grundsätzlicher Wert gelten. Wie soll die Südumfahrung denn noch legitimiert werden? Es gab einen Bürgerentscheid, das Vorhaben ist Planfestgestellt, die Finanzierung geregelt. Gegner haben den Juristischen Weg ausgereizt. Die stille Mehrheit der Bürger leidet täglich unter der Verkehrslast. Verkehr und Einwohner sind deutlich mehr geworden. Warum bitte nun das Ganze nochmals wieder von vorne anfangen? Der Bodenseekreis hat eine Infrastruktur die fast täglich kollabiert. Die großen Häfler Konzerne, welche uns unseren satten, selbstzufriedenen Wohlstand ermöglichen, fangen wirtschaftlich an zu „Husten“ und hier wird über Straßen diskutiert, die schon seit 30 Jahren überfällig sind. Wir haben hier die Bundesweite Besonderheit einer Bürgerinitiative gegen die Umfahrung der eigenen Gemeinde  und gegen die Ortsumfahrungen aller anderen umliegenden Gemeinden. Eine kleine Gruppe meist älterer und industrieferner Menschen mit dem Wunsch die Region wieder in den Verkehrszustand der 50er Jahre zurückzuversetzen, versucht mit aller Macht jegliche Infrastrukturentwicklung in der Region zu verhindern. Das erinnert mich an den Brexit in Großbritannien, wo eine rückwärtsgewandte, der Wirklichkeit entfernte Minderheit die schweigende Mehrheit des Landes überrumpelt hat und der Jugend nun die Zukunft verschließt.

Demokratie heißt: Die Mehrheit respektieren, auch und gerade wenn deren Meinung anders als die eigene ist! Leider haben in einer Demokratie immer öfter wenige, laut schreiende mehr Aufmerksamkeit als sie verdienen.

Die Mehrheit der Menschen im Bodenseekreis will endlich eine Infrastruktur die zur starken Industrie- und zur schönen Ferienregion passt. Dafür müssen wir die Südumfahrung Markdorf und einen Ausbau der B31 haben, JETZT und nicht erst in 20 Jahren nach einer erneuten „Aufschnürung“.

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