Die Kunst maximal zu verzögern und dann Ungeduld zu äußern!

Die Kunst maximal zu verzögern und dann Ungeduld zu äußern!

Mit großem Verwundern las ich das Interview mit Frau Deiters Wälischmiller am Freitag. Ihr idealisierender Blick auf Markdorf, welches am Hang liege und enge Straßen habe hat mich ein wenig irritiert. Markdorf hat nicht nur die elitären und ruhigen Wohnlagen am Hang in denen es sich ungestört und ohne Lärm exklusiv und vorzüglich leben lässt. Nein, Markdorf hat auch viele Menschen, welche nicht am Hang wohnen und vom Verkehr stark Lärm- und Emissionsgeplagt sind.

Frau Deiters Wälischmillers Aussage Sie sei sehr ungeduldig und die Behörden seien langsam -auch bei der Südumfahrung- hat mir fast die Zeitung aus der Hand fallen lassen. Diese Südumfahrung wurde von den Gegnern mit über 2000 Einwendungen bedacht, man beschritt den Rechtsweg durch alle Instanzen bis zum bitteren Ende. Dadurch wurde das Projekt um mindestens 10 Jahre Verzögert und ist nun weitaus teurer als geplant. Dass Straßenbau-Gegner erst maximal verzögern, um dann die dadurch gestiegenen Kosten als „Kill-Kriterium“ hervorholen ist ein gebräuchlicher Taschenspielertrick, den leider viel zu wenige verstehen. Nun aber den Behörden, denen man Jahrelang dicke Knüppel zwischen die Füße geworfen hat, der Langsamkeit zu bezichtigen ist in meinen Augen „Fake News“ im Stil eines Donald Trump. Markdorf braucht die Südumfahrung, heute noch mehr als 2007, daran ändert auch eine „Mobilitätswende“ nichts. Nur mit der Südumfahrung bekommen wir die LKW aus Markdorf raus, dann kann man auch gut über Radwege in der Stadt nachdenken. Die Weiterführung nach Bermatingen ist der nächste Schritt und vielleicht erkennen auch die Klufterner irgendwann, dass es keineswegs gesund ist den ganzen Verkehr durchs Dorf zu leiten.

Thomas Zink, Markdorf

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