Offener Brief an den Gemeinderat

Offener Brief an den Gemeinderat

Sehr geehrter Bürgermeister Riedmann,
Sehr geehrte Stadträtinnen und Stadträte,

„Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts.“ (Arthur Schopenhauer)

 

Man darf Markdorf gratulieren, dass sie den ersten Platz aller Städte in Baden-Württemberg belegen was die Belastung mit Stickoxiden angeht. Die LUBW (Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg) hat schon 2016 einen Bericht zu Ihren Messungen vorgelegt, der die dramatische Lage in Markdorf aufzeigt. Schon beim Erscheinen dieses Berichtes, als noch weniger Verkehr wie heute herrschte, lag Markdorf bei einem NO2-Wert von 72,2 μg/m³ im Jahresmittel. Laut dem Bundesministerium der Justiz (Immisionsschutzgesetz) darf der Höchstwert im Mittel, beim Menschen nicht mehr als 40 μg/m³, bei Pflanzen nicht mehr als 30 μg/m³ betragen. Markdorf liegt also somit 80,5% über dem gesetzlich zulässigen Wert für Menschen und 141% für den Schutz der Vegitation! Auch in der Rußbelastung (Feinstaub) belegt Markdorf den ersten Platz aller gemessen Städte in Baden-Württemberg inklusive Stuttgart!
Quelle: LUBW

Was bewirken Stickoxide im menschlichen Körper?
Stickstoffdioxid (NO2) ist ein ätzendes Reizgas, es schädigt unmittelbar das Schleimhautgewebe im gesamten Atemtrakt und kann auch die Augen reizen. Stickoxide verursachen schwere Atemwegserkrankungen wie Asthma, belasten unser Herz-Kreislauf-System und führen allein in Deutschland jedes Jahr (laut Umweltbundesamt) zu rund 6.000 vorzeitigen Todesfällen. Stickstoffdioxid zeigt eine stärkere schädliche Wirkung als Stickstoffmonoxid (NO), weshalb Stickstoffdioxid im Zentrum der Bemühungen um saubere Luft steht.
Quelle: Bundesumweltamt

Welche Gefahren gehen von hohen Feinstaubbelastungen aus?
PM10 kann beim Menschen in die Nasenhöhle, PM2,5 bis in die Bronchien und Lungenbläschen und ultrafeine Partikel bis in das Lungengewebe und sogar in den Blutkreislauf eindringen. Je nach Größe und  Eindringtiefe der Teilchen sind die gesundheitlichen Wirkungen von Feinstaub verschieden. Sie reichen von Schleimhautreizungen und lokalen Entzündungen in der Luftröhre und den Bronchien oder den Lungenalveolen bis zu verstärkter Plaquebildung in den Blutgefäßen, einer erhöhten Thromboseneigung oder Veränderungen der Regulierungsfunktion des vegetativen Nervensystems (Herzfrequenzvariabilität).
Quelle: Bundesumweltamt

Gemessen wurden diese Werte im Bericht der LUBW direkt an der B33 Höhe Schuhgeschäft Heilmaier. Aber nicht nur hier kriecht der Verkehr entlang. Auch auf den Nebenstraßen rollt viel zu viel Verkehr. Wir von der Interessengemeinschaft pro Südumfahrung, haben uns ein zugelassenes Verkehrszählgerät (Dopplerradar) zugelegt und auch ein paar der Nebenstraßen gemessen. So hat die Hahnstraße im Monat ca. 48.000 Fahrzeuge in der Belastungsbilanz. Die Bernhardstraße ca. 127.000 Fahrzeuge. Auch diese Straßen würden durch die Realisierung der Südumfahrung deutlich entlastet was Fahrzeuge pro Tag, Stickstoffdioxid und Feinstaub angeht.

Stimmen Sie gegen einen weiteren Bürgerentscheid. Die gesundheitlichen Belastungen sind mit 80,5 % deutlich über dem gesetzlichen Grenzwert. Eine weitere Verhinderung des Baues durch einen weiteren Bürgerentscheid, geht in sträflicher und unverantwortlicher Weise auf Kosten der Gesundheit der Menschen denen Sie gegenüber verpflichtet sind.

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