Stellungsnahme des Landtages

Stellungsnahme des Landtages

Am 25. 9. 2019 ging beim Landtag von Baden-Württemberg, Ministerium für Verkehr, eine “Kleine Anfrage” des Abg. Martin Rivoir (SPD) ein.

In diesem fragte die SPD die Landesregierung was diese unternimmt, um auf den Verzicht des Baus der Ortsumfahrung Markdorf hinzuwirken. Das “grün geführte” Verkehrsministerium, in Vertretung von Dr. Lahl, schrieb darauf hin im Abschlußtext:

Das Ministerium für Verkehr hat die verkehrliche Notwendigkeit des kommunalen Straßenbauvorhabens „K 7743 neu, Ortsumfahrung Markdorf“ anerkannt und das Vorhaben – zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse – in das Förderprogramm 2019 für den kommunalen Straßenbau aufgenommen. Somit liegen die Voraussetzungen vor, dass sich das Land an der Umsetzung des Vorhabens im Rahmen einer Förderung nach LGVFG finanziell beteiligt.

Das ganze Schreiben finden Sie im Original hier zum Download.

Die CDU Bodenseekreis hat daraufhin eine Presseerklärung verfasst, welche sich auch für die Südumfahrung ausspricht. Diese können Sie hier ansehen.

Ein Teilsieg ist errungen

Ein Teilsieg ist errungen

Am 16. 10. 2019 tagte der Kreisrat um über die weitere Planung zur Südumfahrung abzustimmen, nachdem die Grünen/Bündnis90 und die SPD einen Antrag zum Stopp der weiteren Planung stellten.

Kreisrat Nobert Zeller argumentierte lang und breit, das die erwartete Verkehrsentlastung nicht mehr im Kosten-Nutzen-Verhältnis stehe und er die Zukunft in eMobilität und im ÖPNV sehe.

Kreisrat Helmut Faden nahm den Klimawandel als Hauptthema und den Erhalt der landwirtschaftlich wertvollen Flächen, die beim Bau der Straße wegfallen würde.

Die Interessensgemeinschaft pro Südumfahrung war bei der Sitzung sehr stark mit ca. 30 Personen anwesend und erhielt neue Kenntnisse. So sind die prognostizierten Verkehrszahlen für 2035 ohne den Ferienverkehr gerechnet und es wurden schon 14% abgezogen der durch den ÖVPN abgenommen werden soll. Somit sind die Zahlen erheblich höher als dargestellt.

Bürgermeister Manfred Härle für die CDU wiedersprach im Namen der CDU den Anträgen, gefolgt von Martin Rupp (Bürgermeister Bermatingen) von den Freien Wählern, Gerhard Brugger (FTP) und Roberto Salerno (Linke), Detlev Gallandt (AfD) schlossen sich an. Das Schlusswort hatte Landrat Wölfle der noch mal klar stellte, das es sehr schwer werden wird die 14% über den ÖPVN zu erreichen. Er verwies auf die Nachbarländer Österreich und Schweiz bei denen gerademal der Verkehrszuwachs damit aufgefangen werden kann. Die Notwendigkeit der Südumfahrung, die deutliche Entlastung und die Integration in das gesamte Straßenkonzept (Planfall 7.5) wurde von allen Parteien hervorgehoben.

Bürgermeister Riedmann (Markdorf) stellte klar, dass er privat anderer Meinung sei aber trotzdem den Antrag ablehnen würde. Er wies darauf hin, das nach der finale Fertigstellung der Planungen und dem Bekanntwerden aller Kosten, er noch mal die Entscheidung des Markdorfer Gemeinderates möchte.

Bei der Abstimmung wurde dann mit 33 zu 17 Stimmen der Antrag auf Einstellung der Planung abgelehnt.

Wir möchten uns bei allen Kreistagsmitgliedern für Ihre Stimme bedanken!

Feinstaub und Stickoxide

Feinstaub und Stickoxide

Wie schädlich sind Feinstaub und Stickoxide?

Einige Lungenärzte bezweifeln den Sinn von Grenzwerten – die große Mehrheit der Experten tut es nicht. Was Sie zum aktuellen Streit über die Wirkung von Luftschadstoffen auf die Gesundheit wissen müssen.

Ein Lungenfacharzt erklärt die in Deutschland geltenden Grenzwerte für Feinstaub und Stickoxide für “völligen Blödsinn”, mehr als 100 Kollegen springen ihm bei, und der Bundesverkehrsminister frohlockt: Wenn sich so viele Wissenschaftler zusammenschlössen, sei das “ein Signal”, die aktuellen Messpraktiken zu überdenken.
So weit, so vereinfacht. Denn das Positionspapier, von dem nun überall die Rede ist und das federführend von Dieter Köhler verfasst wurde, dem ehemaligen Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie (DGP), wurde bereits Anfang Januar an 3800 DGP-Mitglieder verschickt. Aber nur 112 haben es nach aktuellem Stand unterschrieben, also weniger als drei Prozent der angefragten Lungenexperten. Dies deutet darauf hin, dass eine sehr große Mehrheit der Lungenexperten in Deutschland Köhlers Ansicht nicht teilt.

Weitaus mehr Lungenexperten halten Luftverschmutzung für bedenklich

Die offizielle Position der in der DGP vereinten Kollegen lautet auch ganz anders: “Luftschadstoffe gefährden unsere Gesundheit – besonders die von Kindern, älteren Menschen und Erkrankten”, teilte der Verband im November 2018 mit. Experten hatten damals für die DGP ein entsprechendes Dossier erstellt. Auf 100 Seiten mit Hunderten Fußnoten fassen sie den Wissensstand der Forschung zusammen.

Ihr Fazit: “Negative Gesundheitseffekte treten auch unterhalb der derzeit in Deutschland gültigen europäischen Grenzwerte auf.” Für die deutsche Bevölkerung sei derzeit “kein optimaler Schutz vor Erkrankungen, die durch Luftverschmutzung verursacht werden, gegeben”. Deshalb sei “eine Absenkung der gesetzlichen Grenzwerte erforderlich” – also sogar noch verschärfte Richtlinien.

Auch der Bundesverband der Pneumologen, Schlaf- und Beatmungsmediziner (BdP) hat Stellung bezogen. “Eine Bagatellisierung der Auswirkungen von Luftschadstoffen gefährdet die Bemühungen, Risiken und Gefahren von Luftverschmutzung zu minimieren!”, warnt Frank Heimann, Vorsitzender des BdP, in einer Mitteilung. Der Verband vereint mehr als 1200 Lungenärzte in Deutschland.

Um welche Schadstoffe es in der Debatte geht, wie sie entstehen und was man über ihre Wirkung auf die Gesundheit weiß, haben wir im nachfolgenden Überblick für Sie zusammengestellt:

Woher kommen Stickoxide?

Stickoxide haben keine natürliche Quelle, sondern entstehen, wenn Kohle, Öl, Gas oder Holz verbrannt werden. In Städten stammen dem Umweltbundesamt zufolge 60 Prozent der Stickoxide aus dem Verkehr. Benziner bilden so gut wie keine Stickoxide, deshalb konzentrieren sich die Diskussionen auf Diesel.

Welche Grenzwerte gelten für Stickoxide?

Europaweit gilt ein Grenzwert von 200 Mikrogramm Stickstoffdioxid (NO2) pro Kubikmeter Luft pro Stunde. Er darf eigentlich nicht öfter als 18-mal pro Jahr überschritten werden. Zudem gilt ein Grenzwert von höchstens 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft im Jahresmittel, dieser Wert wird auch von der WHO empfohlen.

Wie wirken sich Stickoxide auf den Körper aus?

Stickstoffdioxid ist ein ätzendes Reizgas. Es gelangt hauptsächlich beim Atmen in den Körper und dringt bis zur Lunge vor. Ab einer bestimmten Menge kann es die Atemwege reizen und so Brustschmerzen, Atemnot und Husten verursachen. Menschen, die über längerer Zeit einer erhöhten Stickstoffdioxidbelastung ausgesetzt sind, haben ein erhöhtes Risiko für Asthma, Atemwegsinfektionen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Besonders gefährdet sind Personen mit Grunderkrankungen sowie Kinder, da sich ihre Atemwege noch entwickeln.

Die Auswirkungen von Stickoxiden lassen sich allerdings nur schwer isoliert betrachten. Stattdessen handelt es sich bei den meisten Untersuchungen um sogenannte Beobachtungsstudien: Dafür analysieren Forscher, wie groß die Stickoxidbelastung in bestimmten Gebieten ist und wie viele Menschen dort etwa an einem Herzinfarkt erkranken.

Diese Art von Studien haben alle eine Schwäche: Sie können nie absolut sicher sagen, dass tatsächlich die Stickoxide schuld an den beobachteten Erkrankungen sind und nicht etwa andere Faktoren wie der Feinstaub. Um das Risiko solcher Verzerrungen so weit wie möglich zu reduzieren, rechnen Forscher den Einfluss anderer bekannter Faktoren heraus. Trotzdem liefern die Ergebnisse nie absolute Sicherheit.

Klar ist jedoch, dass Stickoxid neben Ammoniak und anderen Gasen ein Ausgangsstoff für die Entstehung von Feinstaub ist – der anderen Gruppe von Luftschadstoffen, um die es in der aktuellen Debatte geht.

Wie entsteht Feinstaub?

Als Feinstaub gelten Partikel, die kleiner sind als zehn Mikrometer (PM10). Ein Mikrometer entspricht einem Millionstel Meter. Der überwiegende Teil stammt aus natürlichen Quellen. Vulkane blasen beispielsweise große Mengen Partikel in die Luft. Auch Waldbrände und Wüstensand trägt zur Staub- und Feinstaubmenge in der Luft bei. Mit der Zeit verteilen sich die Partikel weiträumig in der Atmosphäre, sodass die Belastung mit der Entfernung zur Quelle je nach Wetterlage deutlich abnimmt.

Der Mensch erzeugt Staub und Feinstaub vor allem durch Verbrennungsprozesse in der Industrie. Betrachtet man nur die besonders gesundheitsschädlichen Partikel unter 2,5 Mikrometern (PM 2,5), sind nach Industrieprozessen vor allem Haushalte und Kleinverbraucher sowie der Verkehr die wesentlichen Verursacher. Haushalte erzeugen Feinstaub beispielsweise durch Kamine und Heizungen sowie Abfallverbrennungsanlagen.

Beim Verkehr trägt neben dem Abrieb von Bremsen und Reifen vor allem der Verbrennungsprozess im Ottomotor zur Feinstaubbelastung bei. In modernen Benzinmotoren mit Direkteinspritzung entstehen besonders kleine Partikel, die kleiner sind als 0,1 Mikrometer (Ultrafeine Partikel, UFP).

Welche Grenzwerte gelten für Feinstaub?

Für Partikel unter 2,5 Mikrometer (PM 2,5) gilt in der EU ein Grenzwert von 25 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft im Jahresmittel. In den USA liegt er deutlich niedriger, dort sind nur 10 Mikrogramm erlaubt, dies entspricht der Empfehlung der WHO.

Wie wirkt sich Feinstaub auf den Körper aus?

Das Problem mit dem Feinstaub: Je kleiner die Partikel sind, desto weiter dringen sie in den Körper vor, wenn sie eingeatmet werden. Die größeren Feinstaubteilchen, die PM10, verbleiben größtenteils in den oberen Atemwegen, also dem Rachen, der Luftröhre oder den Bronchien. PM2,5 gelangen dagegen bis in die Lungenbläschen.

Die ultrafeinen Partikel können sogar in den Blutkreislauf übergehen und so im Prinzip sämtliche Körperregionen erreichen und dort Schaden anrichten. Man geht davon aus, dass UFP unter anderem in den Blutgefäßen Entzündungsprozesse in den Gefäßwänden auslösen und damit die Arterienverkalkung sowie das Entstehen von Blutgerinnseln fördern.

Welche Krankheiten löst Feinstaub aus?

Anders als bei den Stickoxiden gilt die schädliche Wirkung des Feinstaubs als eindeutig nachgewiesen. Feinstaub reizt Atemwege und Schleimhäute, damit kann er Atemwegsprobleme wie Husten, Atemnot und Asthma entstehen lassen oder verstärken. Auch an der Entstehung von Lungenkrebs können die Partikel beteiligt sein. Wenn sie ins Blut gelangen, richten sie auch dort Schäden an, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen – Herzrhythmusstörungen, Arterienverkalkung und Infarkt – steigt.

Menschen, die bereits Atemwegs- oder Herzprobleme haben, sind laut der Weltgesundheitsorganisation WHO besonders durch Feinstaub gefährdet, das gilt auch für Kinder und Senioren.

Fazit: Sowohl Stickoxide als auch Feinstaub gelten unter Fachleuten als gesundheitsbedenklich, wobei sich die Auswirkungen des Feinstaubs besser wissenschaftlich belegen lassen als die der Stickoxide. Für beide Schadstoffe kann man keine eindeutige Aussage darüber treffen, ab welcher Konzentration die Stoffe definitiv schädlich sind. Die geltenden Grenzwerte stützen sich teilweise auf Empfehlungen der WHO, sind aber letztliche politisch festgelegt.

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Wie stark belasten LKWs unsere Straßen?

Wie stark belasten LKWs unsere Straßen?

Die Straßenschäden die der Schwerlastverkehr in Markdorf hinterlässt sind nicht nur ärgerlich für die Betreiber der Straße weil hier hohe Kosten für Stadt, Land und Bund entstehen, vor allem Nachts wenn die leeren LKWs über die Schlaglöcher brettern ist dies extrem laut und macht durchschlafen fast unmöglich. Lesen Sie hierzu einen Bericht von www.zeit.de

 

Welche Tortur würden Sie lieber ertragen: zehn Schläge ins Gesicht mit einer Kraft von je einem Kilogramm oder einen Schlag mit zehn Kilo?

Eben. Die verheerende Wirkung, die eine Kraft entfaltet, steigt nicht linear mit ihrer Größe, sondern erheblich stärker an – eine zehnmal so große Kraft erzielt mehr als die zehnfache Wirkung.

Das wissen auch Straßenbauingenieure. Sie rechnen seit Jahrzehnten mit dem sogenannten Vierte-Potenz-Gesetz. Das besagt, dass der Verschleiß der Straße durch ein Fahrzeug mit der vierten Potenz seines Gewichts steigt, jeweils bezogen auf eine Achse.

Ein Rechenbeispiel: Ein gewöhnlicher Pkw mit einer Tonne Gewicht drückt mit 500 Kilo pro Achse auf die Straße. Bei einem vierachsigen 30-Tonner lasten pro Achse 7,5 Tonnen auf der Straße, das ist das 15-Fache. Das Vierte-Potenz-Gesetz sagt nun: Die Belastung für die Straße und damit der angerichtete Schaden ist pro Achse nicht 15-mal so groß wie beim Pkw, sondern der Faktor beträgt 15⁴, also 15x15x15x15, das ist 50.625.

Da unser Beispiel-Lkw außerdem doppelt so viele Achsen hat wie der Pkw, schädigt er die Straße sogar mehr als 100.000-mal so stark.

Und das heißt: Bei ihren Berechnungen können die Ingenieure die Personenwagen eigentlich vernachlässigen, die Abnutzung der Straße erfolgt im Wesentlichen durch die Laster. Das sollten vielleicht auch die Befürworter einer Pkw-Maut bedenken: Geht es nur um den tatsächlichen Schaden, den ein Pkw im Vergleich zum Lkw an der Straße anrichtet, dann dürfte ein Personenwagen für die Bruchteile eines Cents quer durch die Republik fahren.

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Verkehrslärm macht auf Dauer krank

Verkehrslärm macht auf Dauer krank

Verkehrs- und Fluglärm machen auf Dauer krank

Internationale Studie zeigt erneut: Mit steigender Lärmbelastung, steigt der Blutdruck
Lärm nervt nicht nur, Lärm kann auch krank machen: So haben etwa Personen, die erhöhtem Nachtfluglärm ausgesetzt sind, häufiger höhere Blutdruckwerte, als Menschen in ruhigeren Wohngebieten. Schon ein Anstieg des nächtlichen Fluglärmpegels um 10 Dezibel [dB(A)] im Schallpegelbereich zwischen 30-60 [dB(A)] erhöht das Risiko für Bluthochdruck bei Frauen und Männern um rund 14 Prozent. Das geht aus einer aktuellen internationalen Studie hervor, welche die Europäische Kommission förderte. An der großen europäischen Studie – an der das Umweltbundesamt mitwirkte – nahmen rund 5.000 Anwohner der Flughäfen Amsterdam, Athen, Berlin, London, Mailand und Stockholm teil. Die Experten ermittelten die Wirkungen des Flug- und Straßenverkehrslärms auf die Gesundheit – vor allem auf den Blutdruck.

14.01.2008 171 mal als hilfreich bewertetNr. 03/2008
Die Forscherinnen und Forscher ermittelten den Fluglärm anhand der Flugbewegungen und Flugzeugdaten. Die nächtliche Fluglärmbelastung der Testpersonen lag zwischen 30 und 60 dB(A). Die Stichproben schlossen auch Personen ein, die keinen wesentlichen Lärmbelastungen ausgesetzt waren. Das ermöglichte Vergleiche zwischen Personen aus stark und weniger stark lärmbelasteten Wohngebieten. Zudem sicherten die Angaben der Probanden in den Fragebögen, dass sich die Vergleichsgruppen nicht in soziodemografischen Merkmalen – wie Alter und Schulbildung – oder bestimmten Risikomerkmalen – etwa Rauchen, Übergewicht, körperliche Aktivität – unterschieden.

Im Ergebnis der Untersuchung zeigte sich für alle Flughäfen: Personen, die Nachtfluglärm ausgesetzt waren (mittlere Lärmbelastung im Zeitraum zwischen 22:00 Uhr bis 6:00 oder 23:00 bis 7:00 Uhr, je nach Land) wiesen häufiger höhere Blutdruckwerte (vor Ort gemessen) auf oder waren bereits wegen Bluthochdrucks in ärztlicher Behandlung, als Personen aus ruhigeren Wohngebieten. Die Forscher fanden heraus: Ein um 10 dB(A) höherer Fluglärmpegel ist mit einem Anstieg des Risikos für Bluthochdruck um rund 14 Prozent verbunden. Männer und Frauen sind gleichermaßen betroffen.

Für den Flughafen Berlin-Tegel existiert ein Nachtflugverbot. Die Ergebnisse der Berliner Teilstichprobe stellen sich daher etwas anders dar: Hier war es vornehmlich die Tages-Lärmbelastung (gemessen zwischen 6 Uhr und 22 Uhr), die mit einem erhöhten Blutdruckrisiko einherging.

Darüber hinaus ermittelten die Forscher die Straßenverkehrslärmbelastung der Anwohner. Dies geschah in Berlin mit Hilfe der Berliner Verkehrslärmkarte. Im Ergebnis ist auch für den Straßenverkehrslärm ein Zusammenhang zwischen Lärm und höherem Blutdruck nachweisbar. Steigt der mittlere Straßenverkehrslärmpegel (24 Stunden-Mittelwert) um 10 dB(A), erhöht sich das Risiko für Bluthochdruck um etwa zehn Prozent, im Schallpegelbereich von 45 bis 70 dB(A). Diese leichte Risikoerhöhung betraf vornehmlich Männer. Bei den Frauen war der Effekt nicht so stark ausgeprägt. Die Berliner Ergebnisse weichen im Vergleich zu den anderen Flughäfen insofern etwas von der Gesamtauswertung ab, als in Berlin der Straßenverkehrslärm einen etwas stärkeren Einfluss auf den Blutdruck hatte als der Fluglärm.

Die subjektive Einschätzung der Lärmsituation der befragten Personen zeigt zudem, dass ein deutlicher Zusammenhang zwischen der Lärmbelästigung des Flug- sowie des Straßenverkehrslärms und dem Schallpegel außerhalb der Wohnungen besteht: Je höher die Schallbelastung, desto höher die Belästigung der Menschen durch den Lärm. Die Forscher stellten fest, dass sich die Menschen bei gleicher Schallbelastung durch Fluglärm stärker gestört fühlen, als bisher aus früheren Untersuchungen bekannt.

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