Sachbeschädigung und Fake-Flyer

Sachbeschädigung und Fake-Flyer

Am 22.12.2020 erhielt ich einen Anruf von Helmar Grupp, Redaktionsleiter des Südkurier Markdorf. Er teilte mir mit, dass die Infobanner  der Gegner der Südumfahrung Markdorf zerstört wurden und das gefälschte Infoflyer ausgetauscht wurden. Hier meine Stellungnahme:

Stellungnahme zu Fake-Flyer

Man kann in einer Sachdiskussion immer anderer Meinung sein. Dies ist auch gut so, nur so kann ein Konsens entstehen. Und: Jeder hat das Recht seine Meinung zu äußern, einer der Grundlagen unserer Demokratie. Was aber nicht in Ordnung ist, ist die mutwillige Zerstörung von Informationsanlagen und die Fälschung von Flyern. Dies wirft ein falsches Bild auf beide Lager. Von einem solchen Vorgehen, halten wir gar nichts und verurteilen diese. Es geht hier um eine Sachdiskussion und nicht um Sachbeschädigung oder Propaganda. Die Gegner und die Befürworter der Südumfahrung von Markdorf dürfen und sollen Ihre Meinung äußern, aber immer mit gegenseitigem Respekt. Sonst haben wir hier bald amerikanische Verhältnisse.

Rainer Zanker
Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft pro Südumfahrung e.V.

fakeflyer
Die Kunst maximal zu verzögern und dann Ungeduld zu äußern!

Die Kunst maximal zu verzögern und dann Ungeduld zu äußern!

Mit großem Verwundern las ich das Interview mit Frau Deiters Wälischmiller am Freitag. Ihr idealisierender Blick auf Markdorf, welches am Hang liege und enge Straßen habe hat mich ein wenig irritiert. Markdorf hat nicht nur die elitären und ruhigen Wohnlagen am Hang in denen es sich ungestört und ohne Lärm exklusiv und vorzüglich leben lässt. Nein, Markdorf hat auch viele Menschen, welche nicht am Hang wohnen und vom Verkehr stark Lärm- und Emissionsgeplagt sind.

Frau Deiters Wälischmillers Aussage Sie sei sehr ungeduldig und die Behörden seien langsam -auch bei der Südumfahrung- hat mir fast die Zeitung aus der Hand fallen lassen. Diese Südumfahrung wurde von den Gegnern mit über 2000 Einwendungen bedacht, man beschritt den Rechtsweg durch alle Instanzen bis zum bitteren Ende. Dadurch wurde das Projekt um mindestens 10 Jahre Verzögert und ist nun weitaus teurer als geplant. Dass Straßenbau-Gegner erst maximal verzögern, um dann die dadurch gestiegenen Kosten als „Kill-Kriterium“ hervorholen ist ein gebräuchlicher Taschenspielertrick, den leider viel zu wenige verstehen. Nun aber den Behörden, denen man Jahrelang dicke Knüppel zwischen die Füße geworfen hat, der Langsamkeit zu bezichtigen ist in meinen Augen „Fake News“ im Stil eines Donald Trump. Markdorf braucht die Südumfahrung, heute noch mehr als 2007, daran ändert auch eine „Mobilitätswende“ nichts. Nur mit der Südumfahrung bekommen wir die LKW aus Markdorf raus, dann kann man auch gut über Radwege in der Stadt nachdenken. Die Weiterführung nach Bermatingen ist der nächste Schritt und vielleicht erkennen auch die Klufterner irgendwann, dass es keineswegs gesund ist den ganzen Verkehr durchs Dorf zu leiten.

Thomas Zink, Markdorf

Demokratie – und die lästige andere Meinung!

Demokratie – und die lästige andere Meinung!

Sehr geehrter Herr Grupp,

mit  Erstaunen las in Ihre Meinungskolumne vom 17.03. die Forderung die Pläne der Südumfahrung Markdorf nochmals „aufzuschnüren“.

Ich wunderte mich doch sehr. Sollte einem Journalisten nicht die Demokratie als grundsätzlicher Wert gelten. Wie soll die Südumfahrung denn noch legitimiert werden? Es gab einen Bürgerentscheid, das Vorhaben ist Planfestgestellt, die Finanzierung geregelt. Gegner haben den Juristischen Weg ausgereizt. Die stille Mehrheit der Bürger leidet täglich unter der Verkehrslast. Verkehr und Einwohner sind deutlich mehr geworden. Warum bitte nun das Ganze nochmals wieder von vorne anfangen? Der Bodenseekreis hat eine Infrastruktur die fast täglich kollabiert. Die großen Häfler Konzerne, welche uns unseren satten, selbstzufriedenen Wohlstand ermöglichen, fangen wirtschaftlich an zu „Husten“ und hier wird über Straßen diskutiert, die schon seit 30 Jahren überfällig sind. Wir haben hier die Bundesweite Besonderheit einer Bürgerinitiative gegen die Umfahrung der eigenen Gemeinde  und gegen die Ortsumfahrungen aller anderen umliegenden Gemeinden. Eine kleine Gruppe meist älterer und industrieferner Menschen mit dem Wunsch die Region wieder in den Verkehrszustand der 50er Jahre zurückzuversetzen, versucht mit aller Macht jegliche Infrastrukturentwicklung in der Region zu verhindern. Das erinnert mich an den Brexit in Großbritannien, wo eine rückwärtsgewandte, der Wirklichkeit entfernte Minderheit die schweigende Mehrheit des Landes überrumpelt hat und der Jugend nun die Zukunft verschließt.

Demokratie heißt: Die Mehrheit respektieren, auch und gerade wenn deren Meinung anders als die eigene ist! Leider haben in einer Demokratie immer öfter wenige, laut schreiende mehr Aufmerksamkeit als sie verdienen.

Die Mehrheit der Menschen im Bodenseekreis will endlich eine Infrastruktur die zur starken Industrie- und zur schönen Ferienregion passt. Dafür müssen wir die Südumfahrung Markdorf und einen Ausbau der B31 haben, JETZT und nicht erst in 20 Jahren nach einer erneuten „Aufschnürung“.

Ja wie denn nun Herr Riedmann?

Ja wie denn nun Herr Riedmann?

am 05.11. berichtete der Südkurier über die „Begeisterung“ der Markdorfer über die neuen/alten ÜB und TT- Autokennzeichen. Ein langes hin- und her und mehrere Abstimmungen im Kreistag waren nötig um zu einem Ergebnis zu kommen. Markdorfs Bürgermeister Riedmann wird in dem Artikel zitiert: „Ich habe dem Antrag zugestimmt, weil ich wenig sehe was für die neuen Kennzeichen spricht, aber noch weniger was dagegen spricht. Man muss aber auch festhalten, dass die Taktik des wiederkehrenden Diskutierens schlussendlich gewirkt hat, nach dem Motto: „Wir stimmen so lange ab, bis uns das Ergebnis gefällt.“ Diese Methode darf keinesfalls Schule machen, schon gar nicht bei wirklich wichtigen Aufgaben.“

Ich dachte: Sauber! Ein Mann der Prinzipien, sehr gut.

Heute jedoch lese ich den Artikel über die Hauptversammlung des CDU-Stadtverbands. Hier äußert sich Riedmann kritisch zur Südumfahrung Markdorf. Das Verkehrsaufkommen sei niedriger als vor 16 Jahren. Leider wohne ich erst seit knapp 10 Jahren in Markdorf, aber ich fühle genau das Gegenteil! Riedmann erklärt weiter er wolle aufgrund des geringeren Verkehrsaufkommens und der eher längerfristigen Straßenbauvorhaben „nicht für die Bürgerschaft sprechen“ und fordert daher ein neues Votum des Gemeinderates oder eine neue Bürgerbefragung.

Die Markdorfer Südumfahrung ist wichtig. Vor nicht einmal zwei Wochen spricht sich Herr Riedmann energisch gegen die Taktik des wiederkehrenden Diskutierens und des mehrfachen Abstimmens aus. Und fordert genau das nun bei einer für die Gemeinde Markdorf essentiellen Verkehrsmaßnahme. Eine 180° Wende in 10 Tagen.

Sehr geehrter Herr Riedmann, Sie sind der einzige mir bekannte Bürgermeister der gegen die Ortsumfahrung der eigenen Gemeinde ist. Ihre Aussage bei den ÜB-TT Kennzeichen ist sehr respektabel und demokratisch. Bitte bleiben Sie bei dieser Grundeinstellung! Weitere Abstimmungen über die Südumfahrung sind weder notwendig, noch nützen sie den Bürgern dieser Stadt. Markdorf steht täglich vor dem Verkehrskollaps. Die Bürger dieser Stadt brauchen die Südumfahrung – möglichst bald.

Thomas Zink, Markdorf

Falsche Behauptung

Falsche Behauptung

Zum Leserbrief „Löst keine Probleme“ (Thema Südumfahrung, 1. Oktober):

Herr Rid beginnt seinen Leserbrief, der sich gegen die Südumfahrung wendet, mit folgender Behauptung: „Beim Bürgerentscheid zur Südumfahrung wurde argumentiert, dass eine leistungsfähige Straße zwischen Ravensburg, Friedrichshafen und Meersburg in den nächsten 40 Jahren nicht kommen wird.“ Da der Ausbau der Bundesstraßen jetzt keine Jahrzehnte mehr dauert, hat die Südumfahrung, so argumentiert er weiter, ihre Berechtigung verloren. Anders als von Herrn Rid behauptet, stellt die Informationsbroschüre zum Bürgerentscheid Südumfahrung die Ortsumfahrung als Teil des „Planungsfalles 7“ dar. Die Erforderlichkeit der Südumfahrung wird in der Broschüre wörtlich wie folgt begründet: „Die weiteren Untersuchungen der Straßenbauverwaltung führten zum Ergebnis, dass der Ausbau der B 31 zwischen Überlingen und Friedrichshafen der Netzergänzung bedarf. Durch die netzergänzenden Maßnahmen: Ortsumfahrung Bermatingen L 205-neu, die Ortsumfahrung Markdorf K 7743-neu (Südumfahrung) und den Zubringer von Markdorf zur B 31-neu (Ortsumfahrung Kluftern), können die überörtlichen Verkehre aus dem Salemer Tal in Richtung Friedrichshafen und Ravensburg und umgekehrt ortsdurchfahrtsfrei geführt werden. Die Ortsdurchfahrt Markdorf erfährt hierdurch eine weitere Entlastung.“ Was Herr Rid behauptet, ist somit schlicht die Unwahrheit. Die aktuellen verkehrlichen Untersuchungen zum Ausbau der B 31-neu zwischen Meersburg und Friedrichshafen bestätigen die Erfordernis der Südumfahrung, das Landesverkehrsministerium schließt sich dem an und stellt fest, dass eine maßgebliche Entlastung der Ortsdurchfahrt Markdorf alleine durch die Realisierung der B 30-neu und B 31-neu nicht erreicht werden kann (SÜDKURIER 06. 12. 2020).

 

Gebhard Geiger, Markdorf