Wie am 9. August 2019 in Schwäbische-Zeitung berichtet, wollen die Fraktionsvorsitzenden der Grünen, Christa Hecht-Fluhr und Stellvertreter Helmut Faden sowie Norbert Zeller, SPD-Fraktionsvorsitzender, die Südumfahrung für tot erklären und werben hierfür um Stimmen im Kreistag.

Die Südumfahrung der Stadt Markdorf ist nicht tot, sie lebt. Mit deutlicher Mehrheit wurde im Kreistag beschlossen, die Ausführungsplanung zu beauftragen. Seit dem Urteil des Verwaltungsgerichtshofs (VGH) Mannheim am 15.09 2016 besteht für die Südumfahrung Baurecht.

Regierungspräsident Klaus Tappeser hat anlässlich der Informationsveranstaltung zum geplanten Neubau der B31 am Dienstag 12.02.2019 in der Stadthalle Markdorf festgestellt, dass die Ortsdurchfahrt Markdorf auch nach Verwirklichung des vierspurigen Ausbaues von B31 und B30 mit mehr als 20.000 Fahrzeugen belastet sein wird und somit eine Entlastung dringend erforderlich ist. Das Verkehrsministerium Baden-Württemberg hat die Landesmittel zum Bau dieser Kreisstraße zur Verfügung gestellt.

In dieser Situation werben die Fraktionsvorsitzenden der Grünen, Christa Hecht-Fluhr und Stellvertreter Helmut Faden sowie Norbert Zeller, SPD-Fraktionsvorsitzender dafür, die Südumfahrung für tot zu erklären, da sich die Voraussetzungen geändert hätten, nachdem die Planungen für die B31 zügig vorankämen. Sie verkennen oder ignorieren bewusst die massive verkehrliche Belastung der Ortsdurchfahrten von Markdorf und Bermatingen und die nicht wegzudiskutierende Tatsache, dass die Südumfahrung der Stadt Markdorf und die Ortsumfahrung von Bermatingen Bestandteil des Planungsfalls 7.5 und somit Bestandteil der Planung der B31 im Abschnitt Meersburg-Immenstaad sind und bleiben müssen. Geändert hat sich allerdings die Dringlichkeit der Umfahrungen wegen der massiven Verkehrszunahme, auch durch die städtebauliche Entwicklung im Salemer Tal.

Es ist nicht zielführend wenn die Kreisräte Hecht-Fluhr, Zeller und Faden die angestrebte und sinnvolle Taktverbesserung der Bodenseegürtelbahn, einen zusätzlichen Bahnhaltepunkt beim Gewerbegebiet Negelsee und Verbesserungen an den Radwegen gegen die Südumfahrung auszuspielen versuchen: Die Stadt Markdorf benötigt einen verbesserten ÖPNV, den Ausbau der Radwege und eben auch die Südumfahrung. Als Beispiel sei die Bodensee – Oberschwaben – Bahn genannt.

Sie verläuft parallel zur B30, verkehrt im 20-Minuten-Takt, wird hervorragend angenommen, ist ein Vorzeigeprojekt für den Öffentlichen Nahverkehr in unserer Raumschaft, dennoch hat der Verkehr auf der Bundesstraße B30 im entsprechenden Abschnitt zugenommen, sie wird derzeit vierspurig ausgebaut. Nach Prognosen der einschlägigen Institute nimmt der Verkehr in unserer Bodenseelandschaft weiter zu.

Mit breiter Mehrheit haben sich die Bürger von Markdorf und Bermatingen bei den Bürgerentscheiden für die jeweiligen Ortsumfahrungen auf der verkehrlichen Grundlage des Planungsfalles 7.5 ausgesprochen. Dieser Planungsfall mit dem Ausbau der Bundesstraßen B31 und B30 und den Umfahrungen von Bermatingen, Markdorf und Friedrichshafen-Kluftern war zur Zeit der Bürgerentscheide und ist bis heute Grundlage aller Straßenbauplanungen in unserer Raumschaft.

Leider war die weitergehende Planung und der Bau der Südumfahrung über viele Jahre durch Gerichtsverfahren blockiert, nach wie vor aber zerschneidet die Bundesstraße B33 die Stadt und verhindert eine zukunftsgerechte Stadtentwicklung. Es ist nicht verantwortbar, die vom Land und vom Bodenseekreis bereitgestellten Mittel zurück zu weisen.

Die Bewohner entlang der Bundesstraße B33 und der vom Schleichverkehr belasteten Straßen – Bernhardstraße-Ensisheimer-Straße, Eisenbahnstraße, Schießstattweg, Hahnstraße und zunehmend der Möggenweiler Straße – haben ein Recht auf die Verbesserung der Wohnqualität, auf mehr Verkehrssicherheit, auf eine Minderung des Lärms und auf eine deutliche Reduzierung der luftgetragenen Schadstoffe.

Die Südumfahrung Markdorf ist kein Torso!
Sie hat der Prüfung durch den Verwaltungsgerichtshof auch deswegen standgehalten weil sie schon ohne die Anbindung an die Ortsumfahrung Bermatingen eine deutliche Verkehrsminderung der Ortsdurchfahrt bewirkt. In Verbindung mit dem westlichen Anschluss beim Haslacher Hof an die für Bermatingen dringend erforderliche Ortsumfahrung entfaltet sie ihre volle Wirkung und entlastet die Innenstadt von Markdorf um mehr als 10.000 Fahrzeuge.

Im Osten bindet sie bei der Fa. Wagner an die Landesstraße L207 Richtung Friedrichshafen-Kluftern an, der verkehrlich geringere Teil wird über die Gaußstraße an die Bundesstraße B33 in Richtung Ravensburg angeschlossen.

Dabei ist es für die Entlastungswirkung der Ortsdurchfahrten von Bermatingen und von Markdorf unerheblich, dass aufgrund der Mediation in Friedrichshafen-Kluftern die dortige Umfahrung auf Eis gelegt wurde.

Sehr geehrter Herr Landrat Wölfle, sehr geehrte Kreisrätinnen und Kreisräte, wir danken Ihnen für den bisherigen Einsatz für die Südumfahrung Markdorf, wir appellieren an Sie, treten Sie weiterhin für eine rasche Realisierung der Südumfahrung Markdorfs ein und im Rahmen des Planungsfalles 7.5 für eine Wiederaufnahme der Planungen für die Ortsumfahrung Bermatingen.

2